Anwesenheitssimulation im Urlaub: beleuchtetes Wohnhaus bei Nacht, daneben Smartphone mit Home-Assistant-Dashboard und aktivem Urlaubsmodus am Strand
Anwesenheitssimulation im Urlaub mit dem Senvolon Präsenzmelder KL MZ und Home Assistant

Anwesenheitssimulation im Urlaub mit dem Senvolon Präsenzmelder KL MZ und Home Assistant

Drei Wochen Urlaub, und das Haus verrät es jedem, der zweimal vorbeifährt: Kein Licht am Abend, keine Bewegung hinter den Fenstern, jeden Tag dasselbe Bild. Einbrecher suchen genau danach. Die Ferienmonate gehören seit Jahren zu den Zeiträumen mit erhöhter Einbruchsgefahr, und ein dauerhaft dunkles Haus ist eines der deutlichsten Signale für Abwesenheit.

Die klassische Antwort darauf ist die Zeitschaltuhr aus dem Baumarkt. Ihr Problem: Sie ist durchschaubar. Licht, das jeden Abend um Punkt 19:00 Uhr angeht, wirkt nicht wie ein bewohntes Haus, sondern wie eine Zeitschaltuhr. Dazu kommen unterschiedliche Tageslängen. Gerade im August verschiebt sich der Sonnenuntergang um rund zwei Minuten pro Tag nach vorn. Eine Zeitschaltuhr, die bei der Abreise passend eingestellt war, liegt nach drei Wochen etwa 40 Minuten daneben. Das Haus steht dann jeden Abend erst lange dunkel, bevor das Licht zur immer gleichen Minute anspringt. Wer ein Objekt über mehrere Tage beobachtet, erkennt das Muster sofort.

Eine glaubwürdige Simulation muss auf die tatsächliche Helligkeit reagieren statt auf die Uhr, und sie darf sich nicht exakt wiederholen. Beides lässt sich mit dem Präsenzmelder KL MZ und Home Assistant umsetzen. Der Melder übernimmt dabei eine Doppelrolle: Sein Helligkeitssensor liefert den realistischen Startzeitpunkt für das Abendlicht, während sein Radar als Teil der Alarmanlage scharf bleibt. Falls Sie die Alarmanlage aus unserem ersten How-To bereits eingerichtet haben, greifen beide Systeme direkt ineinander. Die Simulation funktioniert aber auch ohne Alarmanlage.

Voraussetzungen

  • Präsenzmelder KL MZ, per MQTT in Home Assistant eingebunden. Die Einrichtung von MQTT-Broker und Sensoranbindung zeigt unsere Kurzanleitung Präsenzmelder in Home Assistant integrieren Schritt für Schritt.
  • Home Assistant (Version 2024.10 oder neuer).
  • Mindestens zwei schaltbare Lichter in unterschiedlichen Räumen, zum Beispiel Wohnzimmer und Schlafzimmer. Dimmbarkeit ist hilfreich, aber keine Bedingung.
  • Ein Benachrichtigungsdienst für den Alarmfall (nur mit Alarmanlage). In dieser Anleitung verwenden wir Signal (notify.signal); mit der Home Assistant Companion App funktioniert stattdessen notify.mobile_app_[gerätename].
  • Optional: die Alarmanlage aus dem ersten How-To mit dem Manual Alarm Control Panel (alarm_control_panel.alarmanlage).

Hinweis: Diese Anleitung nutzt die Entity-IDs, die MQTT Discovery für den Melder anlegt (multi_zone_presence_sensor_...). Prüfen Sie Ihre tatsächlichen IDs unter Entwicklertools → Zustände und passen Sie die Beispiele bei Bedarf an.

Welcher Weg passt zu Ihnen?

Die Simulation braucht einen Schalter, der sie startet und beendet. Je nachdem, ob Sie eine Alarmanlage betreiben, gibt es dafür drei Wege. Suchen Sie sich Ihren heraus, dann wissen Sie, welche Schritte für Sie gelten.

Ohne Alarmanlage: Der Schalter ist ein Helfer namens Urlaubsmodus. Sie arbeiten Schritt 1 ab, überspringen Schritt 2 und machen mit Schritt 3 weiter. Schritt 6 entfällt ebenfalls.

Mit Alarmanlage, gesteuert über den Helfer: Der Helfer bleibt der Schalter und schärft zusätzlich die Alarmanlage. Sie arbeiten alle Schritte von 1 bis 7 der Reihe nach ab. Das ist der Weg, den diese Anleitung im Hauptteil beschreibt.

Mit Alarmanlage, gesteuert über den eingebauten Urlaubsmodus: Das Alarm Control Panel bringt einen eigenen Urlaubs-Schärfmodus mit, der den Helfer ersetzt. Ein Tap schärft die Anlage und startet die Simulation zugleich. Sie überspringen die Schritte 1 und 2, bauen die Schritte 3 bis 7 und nehmen danach die Anpassungen aus dem Abschnitt „Variante: Simulation über den eingebauten Urlaubsmodus steuern" vor.

Schritt 1: Urlaubsmodus als Helfer anlegen

Der Urlaubsmodus ist der zentrale Schalter, an dem alle folgenden Automationen hängen. Als Helfer angelegt, lässt er sich vom Dashboard, per Sprachassistent oder von unterwegs aus der App umschalten.

Navigieren Sie zu Einstellungen → Geräte & Dienste → Helfer → Helfer erstellen → Schalter und legen Sie einen Helfer mit dem Namen Urlaubsmodus an. Home Assistant erzeugt daraus die Entität input_boolean.urlaubsmodus.

Warum ein eigener Helfer, wenn es doch die Alarmanlage gibt? Weil beide Zustände unterschiedliche Fragen beantworten. Die Alarmanlage ist auch scharf, wenn Sie nur einkaufen sind. Der Urlaubsmodus sagt: Das Haus bleibt mehrere Tage leer, jetzt soll zusätzlich die Simulation laufen.

Schritt 2 (nur mit Alarmanlage): Urlaubsmodus schärft die Alarmanlage

Dieser Schritt setzt die Alarmanlage aus dem ersten How-To voraus. Ohne Alarmanlage überspringen Sie ihn und machen mit Schritt 3 weiter; der Urlaubsmodus aus Schritt 1 steuert die Simulation dann allein.

Die erste Automation verbindet beide Systeme. Sobald Sie den Urlaubsmodus aktivieren, wird die Alarmanlage scharfgeschaltet und Sie erhalten eine Bestätigung aufs Handy. So verlassen Sie das Haus mit einem einzigen Schalter.

Navigieren Sie zu Einstellungen → Automationen → Automation erstellen → Mit dem Editor beginnen und fügen Sie folgenden YAML-Code ein:

Hinweis: Alle Automationen in diesem Artikel nutzen das note:-Feld, mit dem sich Trigger, Bedingungen und Aktionen direkt kommentieren lassen. Die Notizen erscheinen auch im visuellen Editor am jeweiligen Schritt und markieren unter anderem die Stellen, an denen Sie eigene Entity-IDs einsetzen. Kennt Ihre Home-Assistant-Version das Feld noch nicht, löschen Sie die note:-Zeilen einfach heraus, die Funktion der Automationen ändert sich dadurch nicht.

alias: "Urlaub: Modus aktiviert Alarmanlage"
description: >
  Schärft die Alarmanlage, sobald der Urlaubsmodus eingeschaltet wird,
  und bestätigt die Aktivierung per Nachricht.

triggers:
  - trigger: state
    entity_id: input_boolean.urlaubsmodus
    to: "on"
    note: "Reagiert auf den Helfer aus Schritt 1."

actions:
  - action: alarm_control_panel.alarm_arm_away
    target:
      entity_id: alarm_control_panel.alarmanlage
    data:
      code: "IHR_CODE"
    note: >-
      Entity-ID und PIN an die eigene Alarmanlage anpassen. Ist
      code_arm_required deaktiviert, entfällt die code-Zeile.
  - action: notify.signal
    data:
      message: >-
        Urlaubsmodus aktiv. Die Alarmanlage wird scharf geschaltet, die
        Anwesenheitssimulation übernimmt ab jetzt.
    note: >-
      notify.signal durch den eigenen Benachrichtigungsdienst ersetzen,
      etwa notify.mobile_app_[gerätename].

mode: single

Wichtig: Ersetzen Sie IHR_CODE durch Ihre Alarm-PIN und behalten Sie die Anführungszeichen bei, sonst gehen bei Codes mit führender Null Ziffern verloren. Bleibt der Platzhalter versehentlich stehen, lehnt das Alarm Control Panel den Schärfbefehl kommentarlos ab: Die Automation läuft, aber die Anlage bleibt deaktiviert. In diesem Fall zeigt die Ablaufverfolgung der Automation (drei Punkte → Ablaufverfolgung) den abgelehnten Schritt.

Das Entschärfen bleibt bewusst manuell. Eine Automation, die die Anlage beim Ausschalten des Urlaubsmodus entschärft, wäre bequem, würde aber bedeuten, dass ein einziger Schalter ohne PIN die gesamte Sicherung aufhebt. Bei der Rückkehr entschärfen Sie wie gewohnt über das Alarm-Panel mit Ihrem Code und schalten den Urlaubsmodus danach aus.

Schritt 3: Abendlicht nach echter Helligkeit statt nach Uhrzeit

Jetzt kommt der Teil, der die Simulation von einer Zeitschaltuhr unterscheidet. Das Wohnzimmerlicht geht an, wenn es im Raum tatsächlich dunkel wird, gemessen vom Helligkeitssensor des KL MZ. An einem verregneten Tag ist das früher, an einem klaren Sommerabend später. Genau so würde sich ein bewohntes Haus verhalten. Auch die kürzer werdenden Tage sind damit abgedeckt: Der Einschaltzeitpunkt wandert über den Urlaub hinweg automatisch mit der früher einsetzenden Dämmerung nach vorn, ohne dass jemand nachjustieren müsste.

Damit auch der Zeitpunkt selbst nicht vorhersagbar ist, wartet die Automation nach dem Unterschreiten der Schwelle noch eine zufällige Spanne von bis zu 20 Minuten. Zwei Abende hintereinander sehen dadurch nie gleich aus.

Vorbereitung: Lux-Schwelle als Helfer anlegen

Die Automation braucht eine Helligkeitsschwelle, unter der das Licht starten soll. Legen Sie diese als Zahlen-Helfer an, dann können Sie den Wert später vom Dashboard aus nachjustieren, ohne die Automation anzufassen.

Hinweis: Falls Sie die intelligente Lichtsteuerung aus unserem How-To bereits umgesetzt haben: Die beiden dortigen Schwellen bleiben unangetastet, und die Simulation greift bewusst nicht auf sie zurück. Sie beantworten eine andere Frage, nämlich ob im Raum Licht zum Sehen gebraucht wird. Die Simulationsschwelle beschreibt dagegen, ab wann das Haus von außen dunkel wirkt, und liegt deshalb niedriger. Getrennt angelegt lassen sich beide Systeme unabhängig voneinander justieren.

Navigieren Sie zu Einstellungen → Geräte & Dienste → Helfer → Helfer erstellen → Zahl und legen Sie den Helfer mit diesen Werten an:

  • Name: Lux Schwelle Simulation
  • Minimum: 0, Maximum: 500
  • Schrittweite: 10
  • Einheit: lx
  • Startwert: 100

Home Assistant erzeugt daraus die Entität input_number.lux_schwelle_simulation, auf die sich die folgende Automation bezieht.

Die Automation

alias: "Urlaub: Abendlicht bei Dunkelheit einschalten"
description: >
  Schaltet das Wohnzimmerlicht ein, wenn der Helligkeitssensor des KL MZ
  die Schwelle unterschreitet. Eine zufällige Verzögerung von bis zu
  20 Minuten sorgt dafür, dass der Zeitpunkt jeden Abend variiert.

triggers:
  - trigger: numeric_state
    entity_id: sensor.multi_zone_presence_sensor_brightness
    below: input_number.lux_schwelle_simulation
    for:
      minutes: 5
    note: >-
      Helligkeitssensor des KL MZ, Entity-ID bei Bedarf anpassen.
      Die Schwelle kommt aus dem Helfer aus der Vorbereitung.
  - trigger: time
    at: "16:00:00"
    note: "Fängt Tage ab, an denen es schon vor 16 Uhr dunkel war."

conditions:
  - condition: numeric_state
    entity_id: sensor.multi_zone_presence_sensor_brightness
    below: input_number.lux_schwelle_simulation
    note: "Stellt für den Zeit-Trigger sicher, dass es wirklich dunkel ist."
  - condition: state
    entity_id: input_boolean.urlaubsmodus
    state: "on"
    note: "Läuft nur im Urlaubsmodus."
  - condition: time
    after: "16:00:00"
    before: "23:30:00"
    note: "Verhindert Fehlstarts an dunklen Vormittagen und nach Mitternacht."
  - condition: state
    entity_id: light.wohnzimmer
    state: "off"
    note: >-
      Eigene Entity-ID des Wohnzimmerlichts einsetzen, hier und
      in den Aktionen.

actions:
  - delay:
      seconds: "{{ range(0, 1201) | random }}"
    note: "Zufällige Verzögerung von 0 bis 20 Minuten."
  - action: light.turn_on
    target:
      entity_id: light.wohnzimmer
    data:
      brightness_pct: 70

mode: single

Drei Details in dieser Automation sind kein Zufall:

Die Zeitbedingung (after: "16:00:00") verhindert, dass die Simulation an einem dunklen Wintermorgen oder bei einem Gewitter am Mittag anspringt. Sie legt nicht den Einschaltzeitpunkt fest, sondern nur das Fenster, in dem der Lux-Wert überhaupt zählt. Der zweite Trigger um 16:00 Uhr fängt Tage ab, an denen die Schwelle schon vorher unterschritten wurde, etwa bei starkem Regen oder geschlossenen Rollläden; die Lux-Bedingung sorgt dafür, dass er nur bei tatsächlicher Dunkelheit auslöst.

Das for: 5 Minuten am Trigger filtert kurze Helligkeitseinbrüche heraus, etwa eine dichte Wolke, die durchzieht.

Der Zufalls-Delay steht in den Aktionen, nicht im Trigger. Home Assistant wertet random() bei jeder Verwendung neu aus. In einer Bedingung würde der Würfelwurf bei jeder Prüfung anders ausfallen und die Logik unberechenbar machen. Als Wartezeit in der Aktionssequenz tut er genau das, was er soll: einmal würfeln, dann warten.

Schritt 4: Abendroutine mit Raumwechsel

Ein bewohntes Haus macht abends nicht einfach das Licht aus. Es wandert: Das Wohnzimmer wird dunkel, dafür geht im Schlafzimmer Licht an, eine Weile später ist Nachtruhe. Diese Sequenz bildet die zweite Automation nach, wieder mit zufälligen Zeitfenstern.

alias: "Urlaub: Wechsel ins Schlafzimmer und Nachtruhe"
description: >
  Simuliert ab ca. 22:15 Uhr den Wechsel vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer.
  Startzeitpunkt, Überlappung und Dauer variieren jeden Abend.

triggers:
  - trigger: time
    at: "22:15:00"
    note: "Frühester Zeitpunkt des Raumwechsels."

conditions:
  - condition: state
    entity_id: input_boolean.urlaubsmodus
    state: "on"
  - condition: state
    entity_id: light.wohnzimmer
    state: "on"
    note: "Nur wenn die Abendbeleuchtung aus Schritt 3 läuft."

actions:
  - delay:
      seconds: "{{ range(0, 2701) | random }}"
    note: "Start irgendwann zwischen 22:15 und 23:00 Uhr."
  - action: light.turn_on
    target:
      entity_id: light.deckenlampe_schlafzimmer
    data:
      brightness_pct: 60
    note: "Eigene Entity-ID des Schlafzimmerlichts einsetzen."
  - delay:
      seconds: "{{ range(120, 301) | random }}"
    note: "2 bis 5 Minuten brennen beide Lichter, wie beim echten Raumwechsel."
  - action: light.turn_off
    target:
      entity_id: light.wohnzimmer
  - delay:
      seconds: "{{ range(900, 2101) | random }}"
    note: "15 bis 35 Minuten Licht im Schlafzimmer, dann Nachtruhe."
  - action: light.turn_off
    target:
      entity_id: light.deckenlampe_schlafzimmer

mode: single

Die Bedingung auf das eingeschaltete Wohnzimmerlicht verkettet beide Automationen: Der Raumwechsel findet nur statt, wenn die Abendbeleuchtung überhaupt läuft. An einem hellen Sommerabend, an dem um 22:15 Uhr noch kein Licht nötig war, springt die Routine später über den Lux-Trigger an und der Wechsel entfällt für diesen Tag. Auch das ist Varianz.

Schritt 5: Sicherheitsnetz für die Nacht

Die langen Wartezeiten in Schritt 4 haben eine Eigenheit: Startet Home Assistant während eines laufenden Delays neu, etwa nach einem Stromausfall oder Update, wird die restliche Aktionssequenz verworfen. Im ungünstigsten Fall bliebe das Schlafzimmerlicht die ganze Nacht an, was einem aufmerksamen Beobachter ebenso auffällt wie ein dunkles Haus.

Eine kleine Aufräum-Automation fängt diesen Fall ab:

alias: "Urlaub: Sicherheitsnetz Licht aus"
description: >
  Schaltet um 00:45 Uhr alle Simulationslichter aus, falls eine
  unterbrochene Sequenz sie hat brennen lassen.

triggers:
  - trigger: time
    at: "00:45:00"
    note: "Liegt bewusst nach dem spätesten Ende der Abendroutine."

conditions:
  - condition: state
    entity_id: input_boolean.urlaubsmodus
    state: "on"

actions:
  - action: light.turn_off
    target:
      entity_id:
        - light.wohnzimmer
        - light.deckenlampe_schlafzimmer
    note: "Hier alle Lichter der Simulation eintragen."

mode: single

Schritt 6 (nur mit Alarmanlage): Alarmbenachrichtigung prüfen

Die Push-Nachricht bei ausgelöstem Alarm bauen wir hier bewusst nicht noch einmal: Sie ist bereits Teil der Alarmanlage aus dem ersten How-To (dort Schritt 7) und greift im Urlaub unverändert, denn die Anlage unterscheidet nicht, ob Sie beim Einkaufen oder drei Wochen verreist sind. Prüfen Sie vor der Abreise einmal den kompletten Weg: Anlage schärfen, Erfassungsbereich betreten, Nachricht auf dem Handy empfangen. Falls Sie die Benachrichtigung damals übersprungen haben, holen Sie den Schritt jetzt nach, denn im Urlaub ist sie der einzige Kanal, über den Sie von einem Alarm erfahren.

An dieser Stelle zeigt sich, warum Radar und Lichtsimulation sich nicht in die Quere kommen: Der KL MZ erkennt Personen über die Reflexion von Radarwellen an Bewegung, bis hin zur Atmung. Eine Lampe, die an- und ausgeht, erzeugt keine solche Reflexion. Die Simulation kann also beliebig schalten, während das Radar im selben Raum scharf bleibt. Erst wenn sich tatsächlich jemand im Erfassungsbereich aufhält, löst die Anlage aus.

Schritt 7: Dashboard-Karte

Eine kompakte Karte bündelt alles, was Sie vor der Abreise und aus dem Urlaub sehen wollen: den Modus-Schalter, den Zustand der Alarmanlage und die Lichter der Simulation. Fügen Sie sie über Karte hinzufügen → Manuell in Ihr Dashboard ein:

type: entities
title: Urlaubsmodus
entities:
  - entity: input_boolean.urlaubsmodus
    name: Urlaubsmodus
  - entity: alarm_control_panel.alarmanlage
    name: Alarmanlage
  - entity: binary_sensor.multi_zone_presence_sensor_presence
    name: Präsenz Wohnzimmer
  - entity: sensor.multi_zone_presence_sensor_brightness
    name: Helligkeit Wohnzimmer
  - entity: input_number.lux_schwelle_simulation
    name: Lux-Schwelle Simulation
  - entity: light.wohnzimmer
    name: Licht Wohnzimmer
  - entity: light.deckenlampe_schlafzimmer
    name: Licht Schlafzimmer

Damit Sie die Karte auch vom Strand aus sehen, brauchen Sie einen Fernzugriff auf Home Assistant, etwa über Home Assistant Cloud oder einen eigenen, abgesicherten Reverse Proxy. Falls Sie das noch nicht eingerichtet haben, erledigen Sie es vor der Abreise. Ein Urlaubsmodus, den man nur zu Hause bedienen kann, verliert die Hälfte seines Nutzens.

Variante: Simulation über den eingebauten Urlaubsmodus steuern

Das Manual Alarm Control Panel bringt neben „Abwesend" einen eigenen Urlaubs-Schärfmodus mit: armed_vacation, erreichbar über das Flugzeug-Symbol auf der Alarm-Karte. Wer die Alarmanlage aus dem ersten How-To betreibt, kann damit auf den Helfer und die Schärf-Automation aus den Schritten 1 und 2 verzichten. Ein Tap auf das Flugzeug schärft die Anlage und startet die Simulation in einem, das Entschärfen mit PIN beendet beides. Der Zustand der Anlage ist dann die einzige Quelle der Wahrheit, Helfer und Alarm können nicht mehr auseinanderlaufen.

Drei Anpassungen sind dafür nötig.

1. Bedingung in den Simulations-Automationen tauschen. Öffnen Sie nacheinander die drei Automationen „Urlaub: Abendlicht bei Dunkelheit einschalten", „Urlaub: Wechsel ins Schlafzimmer und Nachtruhe" und „Urlaub: Sicherheitsnetz Licht aus" (Schritte 3 bis 5) und ersetzen Sie jeweils im conditions:-Abschnitt den Eintrag mit input_boolean.urlaubsmodus durch diesen Block:

- condition: state
  entity_id: alarm_control_panel.alarmanlage
  state: "armed_vacation"

Der Block gehört in den conditions:-Abschnitt, nicht zu den Triggern; alle übrigen Bedingungen wie Zeitfenster oder Licht-Zustand bleiben unverändert stehen. Am Beispiel der Abendlicht-Automation aus Schritt 3 sieht der Bedingungsteil danach so aus:

conditions:
  - condition: state
    entity_id: alarm_control_panel.alarmanlage
    state: "armed_vacation"
  - condition: time
    after: "16:00:00"
    before: "23:30:00"
  - condition: state
    entity_id: light.wohnzimmer
    state: "off"

2. Die Alarm-Automation auf den neuen Modus erweitern. Das ist der wichtigste Punkt der Variante: Die Automation „Alarm: Präsenz erkannt" aus dem Alarmanlagen-How-To löst nur bei armed_away aus. Ohne die folgende Erweiterung wäre die Anlage im Urlaubs-Schärfmodus scheinbar scharf, bei erkannter Präsenz aber stumm:

conditions:
  - condition: state
    entity_id: alarm_control_panel.alarmanlage
    state:
      - "armed_away"
      - "armed_vacation"

3. Dashboard anpassen. Entfernen Sie die Urlaubsmodus-Zeile aus der Karte in Schritt 7. Damit das Flugzeug-Symbol auf der Alarm-Panel-Karte erscheint, ergänzen Sie dort arm_vacation in der states-Liste.

Hinweis: Die Bestätigungsnachricht aus Schritt 2 entfällt bei dieser Variante. Wer sie behalten möchte, legt eine kleine Automation an, die beim Wechsel der Alarmanlage auf armed_vacation die Nachricht über den eigenen notify-Dienst verschickt.

Tipps & Troubleshooting

Lux-Wert kommt verzögert an: Der Helligkeitswert wird nicht bei jeder Änderung übertragen, sondern mit dem periodischen Statuspaket des Melders. Den Takt bestimmt das Sendeintervall in dessen MQTT-Konfiguration (MQTT_PUBLISH_INTERVAL); die Anleitung nennt als Beispiel 300 Sekunden. Bei diesem Wert kann das Abendlicht bis zu 5 Minuten nach dem realen Unterschreiten der Schwelle starten. Für die Simulation ist das unkritisch, der Zufalls-Delay streut den Zeitpunkt ohnehin. Wer es reaktiver möchte, prüft das eingestellte Intervall in der Weboberfläche des Melders und reduziert es bei Bedarf.

WLAN-Zeitschaltung des Melders prüfen: Der KL MZ kann sein WLAN zeitgesteuert abschalten (WIFI_ON / WIFI_OFF), etwa um nachts Funkruhe zu haben. Ist diese Funktion aktiv, kommen in diesem Zeitraum weder Lux-Werte noch Präsenzmeldungen in Home Assistant an. Für den Urlaubsbetrieb sollte das WLAN durchgehend laufen.

Simulation testen, bevor es ernst wird: Aktivieren Sie den Urlaubsmodus probeweise an einem Abend, an dem Sie zu Hause sind, und beobachten Sie den Ablauf. Denken Sie daran, dass die scharfe Alarmanlage dann auf Ihre eigene Anwesenheit reagiert. Für den Test können Sie die Schärfung in Schritt 2 vorübergehend auskommentieren oder die Anlage nach dem Aktivieren von Hand entschärfen.

Rollläden einbeziehen: Automatische Rollläden verändern den gemessenen Lux-Wert. Fahren sie vor Einbruch der Dunkelheit herunter, fällt die Helligkeit im Raum früher unter die Schwelle und das Licht startet entsprechend eher. Das ist kein Fehler, sollte beim Einstellen der Schwelle aber bedacht werden.

Mehr Räume, mehr Glaubwürdigkeit: Mit weiteren Lichtern lässt sich die Routine ausbauen, etwa Küche oder Esszimmer am frühen Abend. Das Muster bleibt gleich: zufällige Verzögerungen in den Aktionen, mode: single, und für jede Sequenz eine Bedingung, die sie an den Urlaubsmodus koppelt. Wie dieselben Lichter im Alltag präsenzbasiert schalten, zeigt unsere Anleitung zur intelligenten Lichtsteuerung.

Nicht alles lässt sich automatisieren: Ein überquellender Briefkasten verrät die Abwesenheit zuverlässiger als jedes dunkle Fenster. Nachbarn, die den Briefkasten leeren und vielleicht mal die Rollläden verstellen, bleiben die beste Ergänzung jeder Simulation.

Fazit

Aus ein bis zwei Helfern, drei bis vier Automationen und dem Helligkeitssensor des Präsenzmelders entsteht eine Anwesenheitssimulation, die auf reale Lichtverhältnisse reagiert und sich an keinem Abend exakt wiederholt. Der KL MZ arbeitet dabei doppelt: Sein Sensor macht die Simulation glaubwürdig, sein Radar meldet den Ernstfall, und die Sirene sitzt bereits im selben Gehäuse. Alles läuft lokal in Ihrem Home Assistant, ohne Cloud-Dienst und ohne Abo.

Wenn Sie die Alarmanlage aus dem ersten How-To noch nicht eingerichtet haben, ist der Urlaub ein guter Anlass, beides zusammen aufzubauen.

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Bei Fragen hilft Ihnen der Senvolon-Support gerne weiter: support@senvolon.de