Präsenzmelder oder Bewegungsmelder? Radar und Infrarot im Vergleich

Präsenzmelder oder Bewegungsmelder? Radar und Infrarot im Vergleich

Bewegungsmelder und Präsenzmelder sehen sich ähnlich, arbeiten aber unterschiedlich. Der eine merkt, dass sich etwas bewegt, der andere, dass jemand da ist. Für ein Smart Home, in dem das Licht nicht beim Lesen ausgehen soll, ist dieser Unterschied entscheidend.

Kurz gesagt

Ein Bewegungsmelder reagiert auf Bewegung, meist über Infrarot (PIR). Ein Präsenzmelder erkennt auch Menschen, die still sitzen, arbeiten oder schlafen. Radar-Präsenzmelder, oft mmWave-Sensor oder Presence Sensor genannt, schaffen das, weil sie selbst die Bewegung des Brustkorbs beim Atmen registrieren.

Bewegungsmelder mit Infrarot erkennt eine gehende Person, aber keine sitzende; Radar-Präsenzmelder erkennt beide
Das Licht bleibt an, solange jemand im Raum ist, auch beim Lesen auf dem Sofa.

So arbeitet ein Infrarot-Bewegungsmelder (PIR)

Ein PIR-Sensor misst Wärmestrahlung, die sich durch sein Blickfeld bewegt. Läuft jemand durch den Raum, ändert sich das Wärmebild, und der Melder schaltet. Sitzt die Person still, ändert sich nichts mehr: Für den Sensor ist der Raum leer. Deshalb arbeiten Bewegungsmelder mit einer Nachlaufzeit und schalten das Licht nach einigen Minuten ohne Bewegung aus.

So arbeitet ein Radar-Präsenzmelder (mmWave)

Ein Radar-Präsenzmelder sendet schwache Funkwellen im Millimeterbereich aus und wertet ihre Reflexion aus. Beim FMCW-Radar ändert sich die Frequenz laufend; aus dem Unterschied zwischen gesendeter und empfangener Welle ergibt sich die Entfernung. Kleinste Veränderungen, auch die Atmung, verraten, dass jemand da ist.

  • 24 GHz ist bewährt für Reichweite und Präsenz in einem Raum, mit Entfernung und Zonen nach Abstand.
  • 60 GHz löst feiner auf: Der Präsenzmelder verortet Personen auf einer Fläche, trennt mehrere Personen und erlaubt frei gezeichnete Zonen.

Und HF-Bewegungsmelder?

HF- oder Hochfrequenz-Bewegungsmelder arbeiten ebenfalls mit Funkwellen, meist bei 5,8 GHz, und erkennen Bewegung auch durch Leuchtengläser und dünne Abdeckungen. Sie melden aber in der Regel nur Bewegung, ähnlich wie ein Infrarot-Melder. Ein Radar-Präsenzmelder mit 24 oder 60 GHz wertet zusätzlich feinste Bewegungen aus und erkennt dadurch auch Menschen, die still sitzen.

Der Vergleich

Bewegungsmelder (PIR) Radar-Präsenzmelder
Erkennt Bewegung ja ja
Erkennt ruhige Anwesenheit nein ja, bis zur Atmung
Entfernung, Zonen nein ja
Reagiert auf Sonne und Heizungswärme kann auslösen nein
Reagiert auf Ventilator, Vorhang selten ja, lässt sich ausblenden
Durch dünne Wände nein ja, Reichweite begrenzen
Stromversorgung oft Batterie meist Netzteil, weil dauerhaft gemessen wird
Gut für Flur, Treppe, außen Räume, in denen man sich aufhält

Auch ein Saugroboter ist für Radar Bewegung und wird erkannt, solange er fährt. Weil er durch den ganzen Raum fährt, lässt er sich nicht wie ein Ventilator über eine Zone ausblenden. Eine niedrigere Empfindlichkeit hilft, kostet aber Sicherheit beim Erkennen ruhig sitzender Personen. Alternativ übergeht die Automation die Meldung, solange der Roboter saugt.

Wann reicht ein Bewegungsmelder?

Überall dort, wo man nur durchgeht: Flur, Treppenhaus, Abstellraum, außen am Eingang. Dort zählt, dass das Licht beim Betreten angeht; niemand sitzt still im Treppenhaus.

Wann braucht es einen Präsenzmelder?

In allen Räumen, in denen man sich länger aufhält: Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Schlafzimmer, Bad, Büro. Hier soll das Licht an bleiben, solange jemand da ist, die Heizung nur belegte Räume wärmen und der Alarm wissen, ob wirklich niemand zu Hause ist.

Worauf Sie bei einem Radar-Präsenzmelder achten sollten

  • Einstellbarkeit: Reichweite, Empfindlichkeit und Zonen sollten sich anpassen lassen, damit Bewegungen im Nachbarraum oder ein Ventilator nicht auslösen. Bequem ist es, wenn der Präsenzmelder solche Störquellen im leeren Raum selbst einlernt.
  • Einbindung: Kommen die Werte lokal in Ihr Smart Home, etwa per MQTT in Home Assistant, oder nur über eine App des Herstellers?
  • Zusatzsensoren: Helligkeit für die Lichtsteuerung, Temperatur, Luftfeuchte und Luftdruck für Heizung und Lüftung sparen weitere Geräte.
  • Montage: Wand, Raumecke oder Decke, und ob das Gerät Aufputz sitzt. Präsenzmelder richtig montieren

Die Senvolon-Präsenzmelder sind Radar-Präsenzmelder mit WLAN und MQTT. Der KL MZ lernt den Raum auf Knopfdruck ein: Läuft im leeren Raum ein Ventilator, erkennt er die Bewegung und legt selbst eine Störzone darum. Mehr dazu: Zonen am Präsenzmelder KL MZ einrichten.